Liebe Mineraliensammler und Sammlerinnen,

ich gehe davon aus, dass mittlerweile einige von Euch das Vorwort in der Rubrik „Chronik“ auf unserer Internet Plattform gelesen haben. Nun, manche werden daran kein Interesse haben, wie dem auch sei, jedem das Seine. Immerhin sind viele Sammler bereits im mittleren Lebensalter angelangt und haben das Eine oder Andere von den Älteren gehört oder miterlebt. Und die Jungen, die Anfänger von heute sind eingeladen nachzulesen, wie es vor sechzig Jahren mit unseren Hobby angefangen hat, wo es noch kein Internet gab, kaum Literatur geschweige denn kompetente Ansprechpartner.

Wie sehr das Sprichwort im Vorspann zutreffend ist habe ich kürzlich bei einem Besuch eines meiner alten Sammlerfreunde, der im Pflegeheim im Rollstuhl gefesselt ist, selbst erfahren. Das Alter bringt es mit sich, dass nicht jeder das Glück hat von schweren Krankheiten verschont zu werden. Deshalb liegt es an uns, die alte Freundschaft wenigsten mit einem Besuch aufrecht zu erhalten.

Und so war ich bei meinem Besuch nach der üblichen Begrüßung bereits in Erklärungsnot, denn nach dem „wie geht’s usw.“ war aus dem schweigsamen Mann nicht viel zu erfahren. Und so begann ich zu erzählen, ob er noch weiß wie wir nachts ins Sarntal gefahren sind, bei heftigem Unwetter, um nach der letzten Schicht ins Bergwerk einzuschleichen. Und wie wir unser altes Schlupfloch zugenagelt vorfanden und unverrichteter Dinge wieder abziehen mussten. Da erhellten sich seine Züge und nach und nach wurde er gesprächiger und ich war selbst überrascht wie vieles auch aus meiner Erinnerung entschwunden war. Und so folgerten wir aus unserem Gespräch, dass wir trotz der damaligen bescheidenen Möglichkeiten eine schöne Zeit hatten, an die uns die gesammelten Schätze in unseren Vitrinen täglich erinnern.

Im Gespräch mit anderen Sammlern oder Bekannten werde ich oft gefragt, wie ich zu diesem Hobby gekommen bin. Diese Frage ist wohl schon öfter jemandem gestellt worden, denn irgendwann oder irgendwas war bei Jedem ein Anlass ausschlaggebend für den Beginn zum Sammeln. Meine Erinnerung dazu führen mich zurück ins ferne Vorschulalter. Damals nach dem 2. Weltkrieg war das Bleibergwerk in Terlan am Rauchenbüchl wieder in Betrieb und das Abraummaterial wurde zum Einschottern der Wege verwendet. Darunter waren auch viele kleine Bleiglanzstückchen, die in der Sonne glänzten und die wir Kinder fleißig einsammelten. Vielleicht war das bei mir die Initialzündung. Später in meiner Lehrzeit als Tischler kam am Bau mit steigendem Wohlstand allerlei bunter Marmor in Verwendung und ich legte mir stets ein paar Bruchstücke beiseite. Aber erst einige Jahre darauf bescherte mit der Zufall den Anlass zu meiner Sammelleidenschaft.

„Glück Auf“

Georg Unterrainer