Südtiroler Mineraliensammler (SMS)

Zum Thema "Mineralienbörsen" einige Gedanken

Werter Mineralienfreund,

bedanke mich herzlich für Deine Einladung zu Eurer Mineralienbörse. Kann Dir allerding keine Hoffnung machen, dass einen meiner Leute kommen wird, ( und dies beruht auf Gegenseitigkeit ), was keine Kritik sein soll, da selbst unsere Mitglieder unserer eigenen Börse nicht mal einen Freundschaftsbesuch abstatten. Dabei sind unsere regionalen Börsen dazu angetan, so unser eigenes Konzept, den einheimischen Sammlern Gelegenheit, bzw. ein Forum zu bieten, Ihre Dubletten oder überschüssigen Fundstücke zu tauschen oder zu verkaufen. Auch als Begegnungsstätte unter Freunden und zum Austausch von Erfahrungen und Neuigkeiten waren diese Börsen gedacht. Hatten wir die letzten 20 Jahre keinerlei Probleme mit unserer Börse, sei es mit der Teilnahme im Verhältnis Sammler/Händler noch mit dem Andrang an Besuchern, so hat sich das in den letzten Jahren drastisch verändert. Die Zahl der Händler mit Mineralien hat deutlich abgenommen, während Modeschmuck und allerhand Krimskrams zugenommen hat, was ja anfangs toleriert wurde um mehr Besucher anzulocken. Leider sind auch manche Sammler selbst zu Händlern geworden und verdrängen mit fremder Ware unser unsere heimischen Mineralien, die in Bezug auf Farbe und Preis anders beurteilt werden. Zu dieser Entwicklung haben wir allerdings selbst viel beigetragen, karrten und karren wir heute nach wie vor unsere Leute mit Bussen zu den MM nach München, selbst bin ich seit 40zig Jahren dort Stammkunde, teils als Aussteller (ohne Standl) aber immer der vielen Freundschaften wegen, die ich mittlerweile dort gemacht habe.

Nun hat das Dilemma auch andere Gründe: Die Vereine selbst sind überaltert, die Generation der 60er und 70er Jahre ist altersbedingt aus dem Rennen. In den Folgejahren wurden zwar neue Vereine gegründet, eine wirkliche Zusammenarbeit konnte aber nicht erreicht werden, dazu das mangelnde Interesse von Seiten des Landes bzw. Museum und die vielen Verbote in den diversen Naturparken. Was die heutige Generation betrifft, so sind einige junge Gruppen zwar emsig am Werk, doch der große Nachwuchs fehlt. Die vielen Verbote, der Mangel an Fundmöglichkeiten u.a.m. führt außerdem dazu, hauptsächlich bei den Älteren, NUR zu sammeln, im Gegensatz zu den Stoansuchern. Der Unterschied besteht darin, dass der Stoansucher (Strahler) sich mit seinen Funden begnügt und beschäftigt, indem er auf Herkunft und Seltenheit Wert legt. Anders der Sammler, er kauft seine Stücke nach Aussehen und Preis was der derzeitige Markt in Hülle und Fülle bietet. Daran ist nichts auszusetzten, aber als Kunden für unsere eigenen heimischen Schätze sind sie verloren.

Nun weiss ich von Sammlerkollegen anderer Vereine dass die Probleme auch dort zunehmen und ein Abwärtstrend zu verzeichnen ist. Selbst bin ich trotz meines Optimismus wenig zuversichtlich, dass die kleinen Börsen weiterhin Bestand haben werden, das sagt mir meine Erfahrung nach 60zig Jahren Sammeltätigkeit.

Nach diesem wenig erbaulichen Aussichten wünsche ich Dir einen guten Verlauf Deiner Börse,

„Glück Auf“ Georg Unterrainer VMS

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