5. Mai 2021

Liebe Mineraliensammler und Sammlerinnen,

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2021 und seit Beginn der Pandemie im Frühjahr letzten Jahres ist Funkstille, zumindest unter den Vereinen. Wohl kam im Sommer etwas Hoffnung auf, aber Veranstaltungen und dgl. waren nicht möglich. Auch die Verbindung innerhalb der Vereine war schwierig, ein Telefonat ersetzt kein persönliches Gespräch und ein E-Mail keine Diskussion. Das war´s dann und nach nunmehr mehr als einem Jahr treten wir noch immer auf der Stelle.

Eigentlich bin ich enttäuscht darüber, dass niemand meinem Aufruf zum Schreiben nachgekommen ist. Aber es mag wohl Allen gleich ergangen sein wie mir, dass die Erwartungshaltung jeden Tag auf die Zukunft gerichtet war (und ist) und jeden Gedanken an die Vergangenheit verdrängte. Und obwohl bisher Zeit genug gewesen wäre Vergangenes aufzuarbeiten, so ist es doch, mangels Kontakt zu Gleichgesinnten, dabei geblieben, den eigenen Kram zu ordnen. Und so ist ein Jahr vergangen, ein Jahr zum Vergessen, und ob im diesjährigen Sommer sich etwas bessert steht in den Sternen.

In den letzten 50 Jahren waren viele Unfälle mit Todesfolge unter den Sammlern zu beklagen. Als Letzter kam Florian Mair auf tragische Weise ums Leben, zwar nicht beim Sammeln aber immerhin in seinen geliebten Bergen. Aus gesundheitlichen Gründen oder im hohen Alter verabschiedeten sich für immer unser treuer Freund aus Innsbruck Richard Etzenberger, Konrad Verant und Karl Kofler. Letzterer war zusammen mit seinem Bruder mein erster Sammelpartner. Karl war bis zum letzten Tag wohlauf, nach dem Tod seiner Frau vor wenigen Monaten recht einsam, trotz Allem aber wie immer stets guter Dinge. Es blieb keine Zeit sich von ihm zu verabschieden, das leidige Ausgangsverbot wegen der Pandemie vereitelte einen letzten Besuch. Allen, auch den Nichtgenannten wollen wir ein freundschaftliches Andenken bewahren. Nicht zuletzt deswegen habe ich in den letzten Wochen einige meiner alten Kumpane aufgesucht, denn man sollte seine Freunde zu Lebzeiten besuchen, denn Blumen aufs Grab kommen zu spät.

Deswegen möchte ich einmal mehr besonders an die jungen Sammler appellieren, Kontakte auch mit alten Sammlern zu pflegen, sie können viel erzählen und mancher Tip hat noch heute Gültigkeit. Im Übrigen ist es eine schöne Geste, stärkt die Gemeinschaft und ist gegen das Vergessen!

„Glück Auf“

Georg Unterrainer